Mittwoch, 13. Januar 2016

Feintuning Rollladen

Ich habe Rollladenmotore von Somfy ohne Funkfernsteuerung und Homematic Jalousie Aktoren (verschieden Varianten). An meinen zweiflügligen Fenstern mit getrennten Rolläden habe ich nur einen Aktor verbaut und beide Motore über Trennrelais gekoppelt.

Bei der ersten Einrichtung habe ich mich mit der Stoppuhr hingesetzt, pro Fenstergröße die Fahrzeiten für hoch und runter gemessen, diese in die Register eingetragen und alles war gut.

Ein Freund wies mich kürzlich darauf hin: Die Zeiten die man dort einträgt, die stimmen nicht: der Aktor schaltet länger als der Rollladen fährt. Aufmerksam zugehört und es stimmt, der Aktor schaltet ca. 3 sec länger als die eingetragenen Zeiten. An sich nicht schlimm, der Motor hat ja eine Endabschaltung.

Allerdings kann man die Rollläden ja auch in eine bestimmte Position fahren. Man sagt dem Aktor "geh auf 50%" und die Firmware ermittelt aus den eingetragenen Zeiten die Zeit, die benötigt wird um den Rollladen auf 50% zu bringen - naja so ungefähr.
Je besser die Zeit für hoch und runter an der Echten dran ist, um so genauer. Das Problem bei Rollläden ist ja, dass der Behang beweglich ist, d.h. wenn der Behang  unten ist, ist er noch nicht geschlossen. Eine Öffnung von 50% verstehen wir aber: der Behang verdeckt 50% vom Fenster, dazu muss der Motor von unten kommend aber länger fahren. Kein einfaches Thema, aber braucht man es denn ganz genau?

Werte ermitteln

Ich bin einfach so vorgegangen:

  • Zeiten messen (hatte ich ja schon)
  • Den Wert um 3 reduziert
  • Probelauf, sah eigentlich gut aus, ich habe aber noch etwas weiter probiert:
  • Den Wert noch um 1 sec verringert, den Rollladen in die Endposition gesteuert. Das sah auch noch gut aus. Optisch war die Endposition erreicht.
  • Nach Abschluss der Fahrt habe ich mit dem up bzw. down Kommando versucht ob da noch "Luft" war. Es war, und so habe ich den Wert noch um 0.5 sec korrigiert.

Der Unterschied zwischen auf und ab lag bei mir immer bei 1 sec.

Register setzen

Ich habe nun alle Werte einheitlich in die jeweiligen Fenstergrößen geschrieben und fertig. Dazu einfach ein kleines Script gemacht: einfach Befehlszeile mit Copy & Paste vervielfachen und die Werte anpassen. Anschließen lässt man alles per Copy in die (Telnet)Kommandozeile "fallen"
Einzelne Werte kann man natürlich auch in der Oberfläche "klicken"

Ergebnis

Die 50% Position (zumindest von "offen" angefahren) stimmt jetzt ziemlich gut.
Fahrtzeit down für 50% 11,2 sec
Fahrtzeit up für 50% 11,7 sec
Fahrtzeit down für zu 24,0 sec
Fahrtzeit up für auf 25,3 sec

Man sieht, die Firmware rechnet irgendwie mit.

Ich habe im Forum gelesen, dass mancher es ganz genau haben will. Die Idee ist z.B. die 50% Postion aus beiden Richtungen anzufahren und den Wert für Up und Down immer wieder anzupassen. Diese Arbeit kann man sich sparen, die Rollläden öffnen und schließen mit den so ermittelten Werten nicht mehr richtig.

Montag, 11. Januar 2016

Anwesenheitserkennung

Da gibt es viele Artikel die sich mit der Lösung beschäftigen - aber was ist eigentlich das Problem?

Ich will nicht einfach ein Code Beispiel liefern, ich will vor allem beschreiben, warum es so komplex scheint. Der hier beschriebene Code funktioniert fast vollständig als Trockenübung. In der realen Umgebung müssen einige Definitionen angepasst werden.

Erkennung von Geräten

Heute hat praktisch jeder ein Smartphone. Das WLAN und Bluetooth Modul bieten eine gute Möglichkeit der Erkennung. Wlan durch Anmeldung beim Router, Bluetooth durch einen "Ping" auf die MAC Adresse. Die MAC Adresse ist eine eindeutige Hardware Adresse des Gerätemoduls. Sicher bzw. Fälschungssicher ist diese nicht! Für die Erkennung muss die WLAN und Bluetooth MAC bekannt sein!

Die Anwesenheit der Geräte (Komponenten) wird durch ein PRESENCE Device oder dummy Devices erzeugt. Die Anzahl der Komponenten, die eine Person als vorhanden ermitteln können, kann fast beliebig sein. Dabei gilt:

  • ist ein Gerät vorhanden, ist die Person da. 
  • Sind alle Geräte abwesend ist die Person abwesend.

Alle Geräte (PRESENCE Definitionen) werden dafür einfach in eine structure gepackt. Damit die erwartungsgemäß funktioniert, muss festgelegt werden wie die Komponenten die structure beeinflussen soll. Dies wird durch drei Attribute erreicht: clientstate_behavior, clientstate_priority, event-on-change-reading.

Erkennung von Personen

Die Person selbst wird durch einen dummy device erzeugt. Diese zusätzliche Geräteinstanz ist nötig um einen gewisse Toleranz bei Abwesenheit zu erzeugen (Neustart Gerät, mal kurz im Keller oder vorm Haus usw.) D.h. die Gerätegruppe (structure) wird abgefragt und entsprechend ein dummy gesetzt. Wird die structure als present erkannt, ist jemand gekommen und der Status des dummy wird sofort gesetzt. Wird die structure als absent erkannt, wird eine gewisse Zeit gewartet. Sollte die structure nicht zurück auf present gesetzt werden, wird der Status auf absent gesetzt. Typischerweise nimmt man dafür eine watchdog Funktion. Diese lässt sich ziemlich einfach mit einem DOIF realisieren.

Der Code

Die Definition für FHEM sieht Beispielhaft so aus:
 define Dev11 dummy  
 attr Dev11 event-on-change-reading state  
 attr Dev11 eventMap 0:absent 1:present  
 attr Dev11 room Status  
 attr Dev11 webCmd present:absent  
 define Dev12 dummy  
 attr Dev12 event-on-change-reading state  
 attr Dev12 eventMap 0:absent 1:present  
 attr Dev12 room Status  
 attr Dev12 webCmd present:absent  
 define st_Dev1 structure bewohner Dev11 Dev12  
 attr st_Dev1 clientstate_behavior relative  
 attr st_Dev1 clientstate_priority present|1 absent|0  
 attr st_Dev1 event-on-change-reading state  
 attr st_Dev1 room Status  
 define PersonD1 dummy  
 attr PersonD1 room Status  
 define di_st_Dev1 DOIF ([st_Dev1] eq "absent")(set PersonD1 absent) DOELSEIF ([st_Dev1] eq "present")(set PersonD1 present)  
 attr di_st_Dev1 room Status  
 attr di_st_Dev1 wait 10  

Der Trick mit Telnet

Mittlerweile ist der "Trick" mit Telnet überholt. Aktuell arbeitet man besser mit der Raw Definition.
So landet das Codebeispiel direkt über die Commandzeile in der fhem.cfg

Mit putty (oder einem anderen Terminalprogramm) auf den Host (RaspberryPi) verbinden. Im Terminal folgendes eingeben:

 telnet localhost 7072  

Wenn ein Telnet Passwort vergeben wurde, wird dies abgefragt. Anschließen sooft enter drücken bis der fhem> Prompt erscheint. Jetzt einfach die Codezeilen in die Zeile kopieren.

Die Abfrage der Fritzbox

Um die Fritzbox abzufragen, verwende ich die checkAllFritzMACpresent Funktion aus dem Wiki . Die Fritzbox wird durch ein FRITZBOX Device in FHEM abgebildet.
Ich habe ein DOIF gebaut, das mehrere Geräte abfragen kann. Dazu werden die Geräte Stati in userReadings geschrieben. Bitte die userReadings und dummy's nicht gleich benennen, das führt zu Eigenheiten wenn man etwas loggen will.
 define di_FBAbfrage DOIF ([FB7490:?lastReadout.*]) (set Dev11 [di_FBAbfrage:D11], set Dev21 [di_FBAbfrage:D21])  
 attr di_FBAbfrage do always  
 attr di_FBAbfrage room Status  
 attr di_FBAbfrage userReadings D11 {checkAllFritzMACpresent("AA:BB:CC:DD:EE:FF")}, D21 {checkAllFritzMACpresent("11:22:33:44:55:66")}
 attr di_FBAbfrage wait 2

Das DOIF wird immer getriggert wenn die Fritzbox abgefragt wird. Es pollt also nicht zusätzlich wie die meisten anderen Lösungen. Um sicherzustellen, dass die Abfrage der Fritzbox abgeschlossen und die userReadings gesetzt sind wird mit der commando Ausführung 2 sec gewartet.
Diese Lösung erklärt auch die eventMap Attribute in dem Geräte dummy. Diese übersetzen die Resultate der Subroutine (0|1) in Presenceinformationen (absent|present).

Die Bewohner

Mehrere Personen können jetzt noch in eine structure zusammengefasst werden. Dabei gehen wir analog der Dev1 structure vor. Der zusätzliche dummy und das Watchdog werden nicht benötigt.

define st_Bewohner structure bewohner PersonD1 PersonD2

Damit ist es möglich sowohl Personen als auch Bewohner bezogene Aktionen auszulösen. Hierfür definiert man notify's oder DOIF's die dem Personen dummy oder der Bewohner structur getriggert werden.

Die Skalierung

Steht einmal die gesamte Struktur der Anwesenheitserkennung, gibt es zwei Ansatzpunkte um leicht etwas zu ändern:
Zusätzliches Kriterium der Anwesenheit der Person: einfach zusätzliche definieren und anschließend die Structure der Geräte mit addstruct bzw. delstruct.
addstruct st_Dev1 Dev13
Zusätzliche Person: einfach die Person definieren und mit addstruct bzw. delstruct zur Structure der Bewohner hinzufügen
addstruct st_Bewohner PersonNeu

Donnerstag, 7. Januar 2016

Windows Update

Microsoft hat Windows wieder so gemacht wie es die Benutzer haben wollten, die blöde Kacheloberfläche, die am PC keiner braucht, ist in das gute alte Startmenü geschrumpft.

Aber wenn man etwas (zurück) verbessert kann man natürlich auch etwas verschlimmbessern!

Beim Windows Update hat man jetzt noch die Wahl zwischen Update "sofort" oder Update "gleich". Im Klartext: Windows beginnt in jedem Fall sofort mit dem Download der Updates, nur bei der eigentliche Installation darf man wählen zwischen jetzt und später. Dass das Download unbemerkt im Hintergund passiert ist ein Märchen! Zumindest bei meinem 2Mbit DSL Anschluss!

Aber wenigstens sind alte Standards geblieben, die Group Policies und deren Parameter gibt es nach wie vor. Zumindest also in der Pro Version hat man es relativ leicht, dass alte Verhalten wieder zu beleben:

  • Windows Taste
  • gpedit + enter
  • Richtlinie für Lokalen Computer / Computerkonfiguration / Administrative Vorlagen / Windows Komponenten / Windows Update auswählen
  • Automatische Updates konfigurieren auswählen
  • Aktiviert und Option 2 auswählen und Bestätigen.


Damit werden wieder die Updates gesucht und man wird informiert. Erst nach Bestätigung werden die Updates heruntergeladen und installiert.

Zunächst habe ich befürchtet, dass damit auch die Updates für Defender nicht mehr automatisch geladen werden, was ich eigentlich will. Seit der Änderung der Policy kommt nämlich häufig die Meldung Defender sei nicht aktuell. Ich habe im Web auch gefunden wie man Defender trotz deaktiviertem Windows Update aktuell hält. Nach ein paar Tagen Betrieb habe ich aber festgestellt: Windows Defender wird trotzdem automatisch aktualisiert. Ich werde das weiter beobachten.

Noch mehr Infos zu Windows Update und Möglichkeiten der Einstellung findet man hier.

Eventuell gibt es auch eine Möglichkeit das automatische Upgrade im Hintergrund zu verhindern:
Anders als vielfach im Web beschrieben, ist die keine Policy im Pfad Windows Update sondern im Pfad Store. Es wird damit der Schlüssel DisableOSUpgrade gesetzt. Hab ich hier gefunden.

Einen weiterer Trick habe ich hier gefunden:
Dabei wird über Einstellungen/Netzwerk-Internet/Ethernet die Verbindung als getaktet markiert und damit das Verhalten geändert. Ich habe das noch nicht getestet!

Samstag, 19. Dezember 2015

Windows 10 - alles easy?

Nachtrag 03.03.2016

Ich habe meine Desktop begonnen zu aktualisieren, schon zum dritten mal. Es gibt offenbar ein größeres Problem mit den Grafiktreibern. Allerdings habe ich an andere Stelle zwei PC und ein Notebook ohne jedes Problem aktualisiert! Ich habe eine AMD Radeon R9 200 Karte. Hier empfiehlt es sich offenbar auf der AMD Seite den aktuellen Treiber suchen zu lassen und über den AMD Installation Manager alles automatisch zu installieren. Dann kamen aktuell noch zwei Updates von Microsoft und nun funktioniert alles. Vorher hatte ich folgende Fehlerbilder:

  1. Monitor Standby führte zum dunklen Bildschirm forever, der PC lief irgendwie noch lies sich aber nicht mehr bedienen.
  2. Allerdings war Standby nicht Monitor aus, das Bild war dunkel aber der Monitor blieb an. Das war auch mit anderen Treibern und auf anderen PCs/Notebooks so, bei denen Fehler 1 nicht auftrat.
  3. Es gab immer mal "Löcher" im Bild, speziell Zeichen wurden nicht komplett dargestellt. Manchmal produzierte die Maus ein löchriges Viereck beim Bewegen.

Das Update

Windows 10 nervt penetrant in der unteren Ecke. Eine Möglichkeit das weg zu bekommen ist, dass Update auch auszuführen. Wer aber noch Geduld hat, sollte auch noch warten. Offenbar gibt es immer noch gravierende Verbesserungen - Bananenprodukt?

Seit Ende November 2015 gibt es die Version 1511, die ein Update auch durch Neuinstallation zulässt. Das Update erfolgt lediglich durch den alten Windows Key.

Jetzt war die Zeit für mich das Update zu versuchen!

Bei meinem Lenovo Yoga 2 Pro wurde der Key sogar sofort aus dem Bios ausgelesen und Windows 10 war sofort aktiviert.
Am längsten dauert auf dem Land das Download mit dem MediaCreationTool. Am Besten, man lädt die Installation als ISO Image, aus dem kann man im Handumdrehen auch einen bootfähigen USB Stick machen.

Den Stick einfach mit Diskpart einrichten und alle Dateien von dem gemounteten ISO Image auf den Stick kopieren.

Der EFI PC hat 7 Partitionen, die Datenträgerverwaltung zeigt uns aber nicht alle. Ich habe Partitionierung beibehalten um aber wirklich eine Neuinstallation zu machen habe ich die Windows Systempartition (die Fünfte bzw. in der angezeigten Datenträgerverwaltung die Vierte) formatiert.

Zur Sicherheit habe ich natürlich vorher die gesamte Platte mit einem Windows Image Backup gesichert und zusätzlich mit dem Dateiversionsverlauf die wichtigsten Dateien auf einem Netzlaufwerk gesichert. Leider übernimmt Windows 10 nicht alle Einstellungen und den Dateiversionsverlauf wie bei einer Neuinstallation Windows 8.1.

Nach dem Setup fehlen zunächst 8 Geräte mit Treibern im Gerätemanager. Video und Maus(Touchpad) laufen nur im Standardmodus, Bluetooth fehlt ganz.
Jetzt bloss nicht die Ruhe verlieren und hektisch irgendwelche Treiber von der Lenovo oder Komponenten-Hersteller Seite laden. Ich habe das Windows Setup zweimal gemacht! Offenbar ist es wichtig zunächst Windows Update zu bemühen. Windows Update ist allerdings unter Windows 10 echt verschlimmbessert, dazu später mehr.
Beim Update werden 7 Geräte mit Treibern versorgt, nur Intel Smart Connect (iSCT) erkennbar an der Geräte ID ACPI\INT33A0 bleibt unerkannt. Da hilft mir der Treiber (isct248w81.exe unter Software and Utilities) von der von der Lenovo Seite weiter.
Das Update  lief über zwei Stunden (das Setup keine 15 min)! Früher konnte man den Update Verlauf einfach an einer Stelle erkennen, heute kämpft man sich durch Ereignis Protokolle. Von 11 Hardware Treiber Updates schlagen 10 laut Windows Update Protokoll fehl, aber am Ende sind wie gesagt 7 Geräte mit Treibern versorgt!? Den Intel HD Grafik Treiber will er in zwei Versionen installieren

Nach dem ersten Installationsversuch hatte ich einige Probleme, die offenbar dadurch verursacht wurden, dass ich versucht habe aktuelle Treiber zu installieren. Das kann ich derzeit nicht empfehlen!
  • Der Bildschirm flackerte ohne erkennbaren Zusammenhang, so das eine Arbeit und Bedienung unmöglich war. Unklar blieb auch welche Aktion das Flackern beendete.
  • Mehrfingergesten auf dem Touchpad funktionierten nicht immer.
  • Wenn sie funktionierten, würde häufig beim Scrollen (zwei Finger noch oben oder unten schieben) der Zoom aktiviert. Dies geht eigentlich durch die Kneifgeste, die wiederum wurde praktisch nicht erkannt.
Ich habe den Bildschirmtreiber nach der zweiten Installation sofort konfiguriert:

  1. Intel / HD / Grafik Eigenschaften / Energie / Batteriebetrieb
  2. Die "Automatische Bildschirmaktualisierung" (PSR) in der "Steuerung für Intel HD Grafik" deaktivieren.
  3. Helligkeitssteuerung deaktivieren


Die Helligkeitssteuerung des Displays ist an zwei Stellen aktiv: In den Energieoptionen von Windows und im Grafiktreiber. Entweder kämpfen diese beiden miteinander oder die Helligkeitssteuerung im Grafiktreiber ist inkompatibel. Auf alle Fälle muss man mindestens eine deaktivieren, offenbar arbeiten die wirklich separat - was keinen Sinn macht! Mit der Helligkeitssteuerung von Windows kann ich ganz gut leben, die des Grafiktreibers flackert derart und reagiert oft sehr eigentümlich. Ich finde diese unbrauchbar.

Das Verhalten des Touchpads konnte ich nach der ersten Installation nicht korrigieren. Alle Versuche der gründlichen Treiberdeinstallation und Registry Bereinigung haben die ordentliche Funktion nicht wieder hergestellt.
Deshalb habe ich die zweite Installation durchgeführt, jetzt funktioniert das Touchpad wie gewünscht, auch die Mehrfingergesten.
Allerdings wird beim 2 Finger Scrollen öfters gezoomt, man kann das zwar wieder "zusammenkneifen", aber mich hat das gestört. Ich habe die Kneifgeste deaktiviert (Windows + I und dann Maus und Touchpad Optionen Erweitert...). 

Update ziemlich streng

Und nun - alles gut? Naja Microsoft ist auch bei den Updates für mich etwas über das Ziel hinausgeschossen. Man hat nur noch die Wahl zwischen Update und Update. Die frühere Wahl Neue Updates suchen und benachrichtigen ist gestrichen wurden. Dafür kann man jetzt bestimmte Updates "verschieben". Sehr schön wenn nach dem Aufklappen des Notebooks die 2 Mbit DSL Leitung für 2 Stunden dicht ist und man sich nicht wehren kann. Kann man doch ...


Donnerstag, 10. Dezember 2015

Lenovo Yoga 2 Pro vom USB Laufwerk starten

In Vorbereitung eines Windows 10 updates wollte ich mal sehen ob mein Boot Stick funktioniert. Das war ziemlich frustrierend! Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, unter welchen Umständen ein USB Boot Medium am Lenovo Yoga 2 Pro erkannt wird, wenn man es einfach nur ansteckt.
Eventuell ist das Ganze ja auch eine Besonderheit von "EFI PCs" mit spezieller Partitionierung und Recovery.
Ich will hier beschreiben mit welchen Schritten es bei mir nachvollziehbar funktioniert hat.

Ausgangszustand

Das Y2P wurde mit installiertem Windows 8 pro ausgeliefert.
Der Windows Key ist im BIOS (ACPI / MSDM) hinterlegt.
Als Default im BIOS ist EFI Secure Boot und USB Boot ist aktiviert.

Frustierend

Jeder Versuch über Bootmenü oder BIOS Setup einen USB Stick oder ein USB CD-ROM zum Booten zu überreden wurde zunächst ignoriert. Egal ob EFI Bootmedium oder Legacy Medium, egal ob EFI USB Stick mit MBR Partition oder GPT/GUI Partition.

Wiederherstellungmodus


Das Betriebssystem steuert den EFI Start wesentlich, dass muss man offenbar im Hinterkopf behalten. Will man also zuverlässig von einem USB Gerät booten geht man so vor:

entweder Kurz

Mit Windows-I Windows X oder wie auch immer zu dem Menü navigieren wo man mit der Maus auf Neustart drücken kann. Vor dem Klick auf die Maustaste aber die "Shift Taste" der Tastatur gedrückt halten. Es wird die Wiederherstellungskonsole gestartet.


oder Lang

Man hangelt sich über verschiedene Charm Leisten, Suche oder die Systemsteuerung zu dem Punkt
Update / Wiederherstellung
Der dritte Punkt in der Wiederherstellung ist der "Erweiterte Start"

Dann wird Windows beendet und startet ohne BIOS Schirm in die Wiederherstellungskonsole. Dort geht man auf den Punkt "Ein Gerät verwenden".


Jetzt sieht man alle angeschlossenen Boot Datenträger, wenn man im BIOS Legacy Mode gewählt hat sogar die EFI Datenträger doppelt, einmal EFI einmal Legacy. (Der Y2P hat kein CD/DVD Laufwerk, ein USB CD/DVD Laufwerk wird beim Start als USB Laufwerk behandelt.)

Auf alle Fälle bleiben die USB Sticks nach meiner Erfahrung im Bootmenü sichtbar, die CD/DVD Laufwerke verschwinden sobald man sie einmal abgesteckt hat. Man hat also in Zukunft die Chance auch direkt aus dem Bootmenü vom USB Stick zu starten - oder auch nicht.


Wie startet man den Y2P überhaupt?

Der Y2P hat einen kleinen runder Knopf neben dem normalen Einschaltknopf. Den kann man nicht mit dem Finger, maximal mit dem Fingernagel betätigen.

Dieser funktioniert als spezieller Einschaltknopf und hat im normalen Betrieb keine Bedeutung.
Danach erscheint ein Menü:


Jetzt kann man neben dem Setup auch das Bootmenu auswählen.
Im Bootmenü kann man einfach den Ausschalter drücken um eventuell noch einmal den "OKR Knopf" zu drücken, es gibt nämlich kein "zurück". Den "OKR Knopf" kann auch während eines Neustarts in den Moment drücken, wo die Beleuchtung des Ausschaltknopfes (und die Tastaturbeleuchtung, falls aktiviert) ausgeht.




BIOS und Default Werte

Ich habe bei meinen Einstellungen im BIOS festgestellt, dass es offenbar nicht das Gleiche ist, wenn man die EFI Boot Parameter einzeln im Menü einstellt (Boot Menü und Security Menü) oder per F9 als Default Werte lädt. Deswegen gebe ich die klare Empfehlung - Den Boot Mode auswählen:
Man will von einem EFI Medium starten









Man will von einem Legacy oder EFI Medium starten










Und anschließend mit F9 die Default Werte laden und mit F10 sichern!

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Backup und Restore von FHEM

Backup ist immer eine gute Idee und sollte regelmäßig erfolgen. Noch viel wichtiger ist, dass man das Backup auch durch einen Restore verifiziert hat!
Viele machen Backup - aber kontrollieren?
Oder wie geht Restore?
Nachtrag 2021: Der Artikel gilt für eine externes Backup/Restore nach wie vor. Auch wenn man mit Windows 10 kein WinScp mehr benötigt, da ssh/scp direkt im System verfügbar ist.
Hinweis auf den restore Befehl: Im Wiki gibt es Beiträge wie der FHEM eigene restore Befehl verwendet werden kann. Link1  Link2

Mittwoch, 25. November 2015

Alles automatisch

Ich bin absoluter Fan von automatischen, Script gesteuerten Installationen. Die Vorteile scheinen enorm. Vor allem:
  • Man dokumentiert mit den Scripts exakt den Installationsablauf.
  • In Zukunft läuft eine Neuinstallationen von ganz alleine.
Zumindest in der Theorie, in der Praxis bedeutet es vor allem viel Zeit bis so eine Installation läuft.
Ich hätte wahrscheinlich in der Zeit, die ich für meine "Forschung" vertan habe, gut und gerne 50 Raspberry Systeme per Hand installieren können. Egal, ich habe es gemacht und will gerne meine Ergebnisse und Erfahrung teilen.

Ursprünglich wollte ich nicht warten bis das offizielle Jessie Raspbian Image von raspberrypi.org verfügbar ist. Aber dann hat alles etwas länger gedauert. In den meisten Fällen wird das offizielle Image die bessere Wahl sein, um seinen Raspberry Pi aufzusetzen. Ich habe deshalb auch Wert darauf gelegt, dass meine Scripts weitestgehend unabhängig davon laufen ob man ein fertiges Image oder ein gerade "aktuell" heruntergeladenes mit raspbian-ua-netinst hat.
Bei mir dauert das gesamte Image mit den grundlegenden Paketen für mein FHEM System ca. 73 min für download und Setup auf der SD Card.
Selbst das Basisimage dauert zwischen 30 und 42 min. Also nicht gerade schnell und ich empfehle für denjenigen der mit den Installationsscripts experimentieren will, dieses Image abzuspeichern (analog zu meinem Beitrag) und es immer wieder als Ausgangspunkt zu verwenden. Das Image auf eine SD Card zurück schreiben dauert bei 12 MB/sec Schreibgeschwindigkeit nur ca. 4,5 min.
Wer mit raspbian-ua-netinst an sich spielen will: die absolute minimal Installation dauert bei mir ca. 28 min (DSL 2300, netinst Version 1.0.7).
Man braucht nur im Fehlerfall den lokalen Monitor und Tastatur. Nach erfolgreicher Installation greift man mit ssh (putty) auf den raspberrypi (Hostname) zu.

Basisimage

Wer das Original Image von raspberrypi.org verwenden will, kann es einfach herunterladen und mit einem Image Tool seiner Wahl (z.B. win32diskimager) auf die SD Card (=> 8 GB) schreiben.  Die SD Card muss hierfür nicht separat formatiert werden. Mit raspi-config sollte das System nach dem ersten Start konfiguriert werden.
Für die automatische Installation ist dann nur mein Script system-install.sh notwendig.

Für ein schmales "netinst" Image laden wir die aktuelle Zip Datei von hier.

  • Die SD Card (=> 4GB) wird mit SD-Formatter formatiert, falls die SD Card schon im Raspberry steckte: Resize Option verwenden!
  • Der Inhalt der ZIP Datei (ca. 17 MB groß) wird auf die SD Card kopiert, es ist kein Image Tool notwendig!
  • Soll die Installation komplett automatisch erfolgen, werden einfach alle notwendigen Script und Textdateien mit auf die SD Card kopiert.
  • Netzteil anschließen, warten - fertig.

Wichtig!:

Es ist wichtig, die SD Card mit dem Programm SD Formatter zu formatieren und nicht einfach mit Windows. Obwohl in beiden Fällen von der SD Card gestartet werden kann, funktioniert die Installation und Umpartitionierung der SD Card nur nach der Formatierung mit SD Formatter.

Die von mir bereitgestellten Dateien müssen/können angepasst werden. Dies macht man z.B. mit Notepad ++.
Ganz wichtig ist darauf zu achten, dass die Dateien im Unix Format (nur LF als Zeilenende) erzeugt werden um Fehler zu vermeiden. Notepad von Windows erzeugt Dateien im Windows Format (CR und LF als Zeilenende). Obwohl die Dateien im Windows/Dos Format ohne Fehlermeldung akzeptiert werden und durchaus auch funktionieren können, gibt es völlig unerwartete Reaktionen die ausschließlich auf das falsche Dateiformat zurückzuführen sind. Das hat mich einiges an Zeit gekostet weil ich mal schnell etwas per cut&paste aus Notepad kopiert habe und nicht auf das Dateiformat geachtet habe.

Die Datei "installer-config.txt"

Jede Zeile in der installer-config.txt hat einen default Wert. Dieser Wert ist offenbar Versionsabhängig und sollte im Zweifelsfall weggelassen werden. Also bitte nur Zeilen eintragen die vom default Wert abweichen.
Allerdings funktionierte eine Datei nur mit der Zeile "release=jessie) nicht, ich habe immer mindestens die ersten vier Zeilen angeben.
Die Datei darf keine zusätzlichen Leerzeichen enthalten, also packages=pkt1,pkt2 und nicht packages= pkt1,pkt2

packages=alsa-utils,apt-utils,build-essential,console-setup,fonts-freefont-ttf,git,keyboard-configuration,nano,rng-tools,strace,sudo,unzip,usbutils
release=jessie
hostname=RaspberryPi
bootsize=+128M
rootsize=+3200M

Die Installation mit dieser Datei (und ohne post-install.txt) dauert bei mir ca. 42 min. Es werden nur einige notwendige Packages installiert die im Original Raspbian Image auch enthalten sind.

Anmerkung

Aufgrund der verwendeten Paketquellen können nicht alle Pakete installiert werden. Je nach Lage der Pakete kann sich das jederzeit auch mal ändern. Ich habe mir so geholfen, dass ich bestimmte Pakete über die post-install.txt installiere. Das könnte man auch mit allen zusätzlichen Paketen machen und in der installer-config.txt nur release, hostname und Partitionsgrößen definieren.

Partitionsgröße

Die Angaben zur Partitionsgröße werden mit dezimalen Faktoren umgesetzt. Meine Angabe mit 128M erzeugt eine Partition die unter Windows mit 122 MByte (exakt MiB) angezeigt wird. Will man eine Partition mit binärem Teiler von 128 MiB erzeugen müsste man 134217728 (128*1024*1024) eintragen. Hier findet man etwas zu diesem Thema.
Im Installationsscript von netinst wird die Größe mit fdisk umgesetzt, man könnte also mit fdisk Parametern experimentieren: +123000000, +123000K, +123M

Account

Da ich hier keine Anpassung vorgenommen habe, wird der Standard Account root mit dem Passwort raspbian erzeugt.


Die Datei "post-install.txt"

Die Readme sagt dazu:
There is also another configuration file you can provide, post-install.txt, and you place that in the same directory as installer-config.txt. The post-install.txt is executed at the very end of the installation process and you can use it to tweak and finalize your automatic installation.
The configuration files are read in as shell scripts, so you can abuse that fact if you so want to.

Die Datei post-install.txt wird als Shell Script ausgeführt. Prinzipiell kann man darin also "alles" machen. Es gibt aber Einschränkungen:
Das Dateisystem unterscheidet sich vom fertig installierten raspbian:
  • Suchpfade sind nicht vorhanden
  • Es existiert keine "Root" man muss vor jede Pfadangabe /rootfs bzw /bootfs hängen.
  • Programme die davon ausgehen, dass eine Root existiert muss man mit "chroot /rootfs" aufrufen.
Das wird zum Einen leicht nervig, zum Anderen ist dann dieses Script nicht ohne weiteres an andere Stelle verwendbar. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen aus der post-install.txt lediglich weiter Scripts aufzurufen. Da die Root Dateiumgebung an den Prozess vererbt wird, gilt diese dann für das gesamte Script. Damit wird der Syntax im Script wieder halbwegs normal und man kann das Script auch manuell im fertigen System aufrufen. Ich habe mich dazu entschlossen zwei Scripts zu machen. Diese kann man beliebig aufgliedern oder zusammenfassen. Um config Dateien zu schreiben und zu verändern habe ich bewusst unterschiedliche Techniken/Möglichkeiten eingebaut.

 chroot /rootfs /bin/bash /boot/system-config.sh  
 chroot /rootfs /bin/bash /boot/system-install.sh  

Das Script "system-config.sh"

In dem Script will ich Dinge einbauen, die man vielleicht typischerweise auch mit raspi-config oder anderen, interactiven Tools erledigt. Damit soll diese Script Einstellungen tun und Pakete installieren, die im offiziellen Raspbian Image vorhanden sind.
  • Zeitzone einstellen
  • Keyboard einstellen
  • System Sprache einstellen 
  • Benutzer pi anlegen
  • Firmware und dazu notwendige Software installieren
  • Wlan einrichten
  • Raspi Tools installieren
  • Startumgebung des pi anpassen
Mein aktuelles Script läuft ca. 10 min. Die Zeit hängt auch wesentlich davon ab, ob die apt-get Datenbasis aktuell ist oder durch das Script wesentlich aktualisiert wird. Das Script verwendet weitere Textdateien mit Konfigurationsinformationen. Diese müssen mit auf die SD Card kopiert werden: config.txt.org, wpaconfig.txt.

Das Script "system-install.sh"

In dem Script soll vor allem zusätzliche Software installiert werden und es soll auch auf einem offiziellen Raspbian Image ausgeführt werden können.
  • Software installieren
  • Samba konfigurieren
  • Scripts kopieren und Rechte setzen
  • Dienste konfigurieren
  • FHEM herunterladen und eventuell installieren
Mein aktuelles Script läuft ca. 20 min. Es benötigt keine weiteren Dateien.

Hier gibt es alle besprochenen Scripts zum download.
Ich übernehme keine Verantwortung für Funktion und eventuelle Schäden!
Alle Scripts sind als Beispiele zu verstehen! Insbesondere die Datei wpaconfig-Public.txt muss editiert werden und als wpaconfig.txt gespeichert werden.
Der Inhalt des Links kann sich jederzeit der aktuellen Situation anpassen.

Tipps

Wer den Benutzer Root deaktivieren will (wie im Original Image) kann dies tun:
 sudo passwd -l root  

Der Installationsprozess ist von der Download Geschwindigkeit und der Schreibgeschwindigkeit der SD Card abhängig. Schnelle SD Card und Raspberry Pi 2 verkürzen die Installationszeit.

Die Code Zeilen wurden mit Hilfe vom dieser Seite formatiert:
http://codeformatter.blogspot.de/2009/06/how-to-format-my-source-code-for.html