Mittwoch, 7. Oktober 2015

Preiswerter 4 fach potentialfreier Schalter Homematic

Es gibt von Homematic eine 4 fach Hutschienenaktor (72 mm) der zwar potentialfreie Schaltkontakte hat aber laut Beschreibung und expliziter Angabe in Servicehinweisen nur für einphasigen Anschluss zugelassen ist. Es gibt einzelne Hutschienenaktoren die beliebige Phasen schalten können. Es gibt einen Feuchtraumaufputzschalter (171 mm) für den keine Angaben zu mehrphasigen Schaltvermögen gemacht werden. Diese Aktoren kosten aktuell etwa 100 bzw. 150 €. Der einzelne Aktor (35 mm) kostet als Bausatz für 4 Phasen, also 4 Stck in Summe ca. 176 €
Ich habe mir eine Alternative überlegt: unabhängige Phasen schalten, geringer Standby Verbrauch, 16 A pro Kanal, Hutschienenmontage, 191,25 mm breit, Kosten 79,02 € davon Gehäuse 21,76 €.

Einkaufsliste mit Artikelnummern für Conrad bzw. Elv:


Das montierte Ergebnis sieht so aus:


Die Relais Module gibt es auch ohne bestücktes Relais, wer also Wert auf ein bestimmtes Relais legt kann diese separat und wenn gewünscht auch mit Sockel montieren.  Die Bilder im Conrad Katalog entsprechen nicht der tatsächlichen Bestückung. Die bei mir gelieferten Module waren HF14FW  012-ZST.
Die Relais Module haben eine Statusanzeige und die Schutzdioden an Board, sie können also direkt mit den Transistor/Mosfet Stufen angesteuert werden.
Nirgendwo ist der Schaltplan der Module zu finden, deswegen liefere ich den mal nach.


Das Schaltnetzteil hat einen Standby Verbrauch von ca 0,15 Watt. Die verbauten Relais ziehen jeweils 60 mA, das Netzteil hat damit maximal 245 mA zu liefern und damit noch etwas Luft.
Der Aufbau des Bausatzes HM-LC-Sw4-Ba-PCB ist relativ simpel, nur die Anschlussklemmen und das Funkmodul müssen aufgelötet werden. Die Antenne wurde leicht verändert montiert. Die Empfangseigenschaften sind trotz Einbau im Schaltschrank überraschend gut.
Das Schaltnetzteil passt mit seinen Befestigungslaschen und geringem Druck in die Leiterplatten Fugen der Gehäuseteile. Die geringfügige Lücke zwischen Leiterplatte und Netzteil wurde mit Heißkleberpunkten geschlossen, wer will kann auch einen zusätzlichen Abstandstreifen einfügen. Die Verdrahtung der Module ist simpel, die Relais Module erhalten gemeinsam den Pluspol, der HM-LC-Sw4-Ba-PCB schaltet gegen Minus.

Nachteil der Lösung: Das Modul ist relativ breit, bei mir war der Platz aber vorhanden.

7 Kommentare:

  1. ... es spricht nichts dagegen, den HM-LC-Sw4-DR mehrphasig zu nutzen. Dort sind auch nur 4 einzelne Relais gegeneinander und gegenüber dem System potentialfrei verbaut. Ich nutze den Aktor schon länger mehrphasig, wobei alle Aktoren zentral über eine UPS- gestützte Phase versorgt werden.

    Es spricht aber natürlich nichts gegen Selbstbau. Dazu eignet sich z.B. auch sehr gut der HM-MOD-Re-8, womit man mal eben 8 Kanäle zur Verfügung hat. Der ist zwar nicht so der allerschnellste, aber wenn das nicht stört...
    Jeder Ausgang kann max. 100mA schalten bei 20V. Die Betriebsspannung kann entweder aus Batterien gewonnen werden (Eingang 2V - 3,3V) oder aber auch aus einem Netzteil, wofür sich der Eingang mit 3,5V - 12V eignet; Versorgungs- und Relaisspannung dürfen auch unterschiedlich und aus verschiedenen Quellen kommen, solange die Massen gemeinsam verwendet werden, da alle Ausgänge OpenCollector sind
    Große Relais benötigen allerdings oft mehr als 100mA; PowerFET oder schnöden TUN dahinter und gut ist.
    Natürlich kann man, wenn man es ganz schick machen möchte, auch SolidState- Relais verwenden, welche optisch-galvanisch getrennt sind und die es mit- und ohne Nulldurchgangsdetektor gibt. Ich pers. nutze die sehr gerne, da sie lediglich 20mA Steuerstrom benötigen und 16A schalten können. Mein bevorzugter Kandidat: S216S02F von Sharp.

    DLzG
    Micha

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  2. Das einzige was gegen den mehrphasigen Einsatz des HM-LC-Sw4-DR spricht, ist die explizite Beschreibung des Herstellers. Der Aufbau hat offenbar nicht die Zulassung erhalten. Das Problem sind wohl die Stärke der Leiterzüge, der kompakte Aufbau und die zulässige Gesamtbelastung von 25 Ampere. Das lässt sich mit einer dreiphasigen Absicherung nicht erreichen. Mit dem HM-MOD-Re-8 wäre in kompaktere Aufbau möglich, Schutzdioden für Relaisansteuerung sind auch schon integriert. Für die von mir verwendeten Relais würde der Strom von max 100 mA auch passen. Die Idee mit den SolidState Relais finde ich interessant, allerdings müssen die bei entsprechender Last auch ordentlich gekühlt werden. Laut Datenblatt mit 200x200 mm Alublech oder einem entsprechendem Kühlkörper. Das wird ganz schön groß...
    Gruß Otto

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  3. ... ja, das schein wohl ein Zulassungsproblem zu sein, aber in der Praxis ist es eher unwahrscheinlich resp. selten, das über alle Relais gleichzeitig volle Last gezogen wird. Ich habe den Aktor z.B. zum Steuern elektrischer Heizkörper in einem Ferienhaus im Betrieb, wobei auch bei voller Belastung keine Erwärmung feststellbar ist. Und gegen vermeintlich zu dünne Leiterbahnen schafft Auflöten von Litze zwischen Relaisanschlüssen und Klemme zusätzliche Sicherheit (hab ich mir geschenkt). Aber letztlich ist es so, das der Anwender das selber entscheiden und das Risiko abwägen muss. Der Hersteller ist dabei zumindest aus dem Schneider.
    Die SDR's sind schon eine tolle Erfindung, aber mit dem Kühlproblem hast Du recht, wenn man denn die volle Leistung benötigt. Ich bin bisher nur nicht in die Verlegenheit gekommen, da die von mir damit geschalteten Ströme höchtens mal über kurze Zeit die Hälfte betragen. Da geht's dann auch ohne Kühlblech resp mit kleinen Körpern.

    DLzG
    Micha

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  4. ... sollte nicht SDR's sondern SSR's heissen ^^ Schon zu spät heute *gähn*

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  5. Hallo Otto,
    ich habe ein problem mit dem 4 Kanal aktor und der externen steuerung kannst du mir vielleicht helfen ich würde dir am liebsten ein foto von meinem Aufbau senden meine E-Mail adresse lautet ich würdemich über deine hilfe freuen

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    1. Hallo Marcus,
      klar kein Ding. Meine Mail steht doch im Impressum :-)

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  6. Es spricht doch etwas dagegen, den HM-LC-Sw4-DR mehrphasig zu nutzen. Bei gleichphasiger Ansteuerung des gesamten Aktors halten sich die Differenzspannungen vom Elektronikteil zu den Relais in Grenzen, bei anderen Phasen liegen sie deutlich höhrer. Wenn, dann würde ich maximal auf den unteren Anschlüssen eine andere Phase verwenden. Zwischen den Leiterzügen der Relais einer Seite liegen erschreckend wenige Millimeter. Sauber aufgebaute Schaltnetzteile zeigen, was in solchen Fällen state-of-the-art ist: Schlitze im Leiterplattenmaterial, um die Kriechstrecken zu verlängern. Geht hier leider nicht, ohne die Stabilität der Leiterplatte zu gefährden.
    Insofern ist Ottos Bauvorschlag tatsächlich die einzige Alternative.
    Nichts spricht hingegen aus meiner Sicht dagegen, unterschiedlich abgesicherte Stromkreise der gleichen Phase aufzulegen. Das kann bei der Lastverteilung ebenfalls helfen.

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